Ein neuer Stern am Himmel
«Stella Donna» richtet sich an alle Frauen, die gerne ins Theater gehen, Lesungen besuchen oder auch nur einen Film im Kino sehen wollen, aber eben nicht alleine. Welche Frau kennt das nicht: Gerne wäre man wieder einmal ins Stadttheater gepilgert, um dem Schauspiel beizuwohnen, hätte liebend gern mit dem Kabarettisten auf der Bühne des Kleintheaters mitgelacht, hätte mit dem Helden des spannenden Thrillers auf der Kinogrossleinwand mitgelitten, hätte gespannt der Schriftstellerin bei ihrer Lesung gelauscht, hätte hautnah mitverfolgt, wie die Starköchin das Festmahl zubereitet und anschliessend am weissgedeckten Tisch gesessen, um vom Fünf-Gang-Menu zu kosten.
Doch genau an diesem Abend hat der Ehemann eine wichtige Besprechung mit seinem Chef, der Lebenspartner kann das Aufstiegsspiel nicht auslassen, der Freund hat Lust aber nicht auf Theater, die Freundin wieder einmal Migräne. Aber alleine in den Ausgang mag man auch nicht, also bleibt man zu Hause, sitzt vor die Glotze oder geht früh Schlafen. Das es auch anders geht zeigt nun «Stella Donna», ein Club für Frauen ab dreissig. «Stella Donna» bietet ihren Mitgliedern das ganze Jahr hindurch ein interessantes und breites Freizeitprogramm. «Stella Donna» wurde von einer Frau für die Frau geschaffen. Der Club ist politisch wie auch konfessionell neutral. Er verfolgt keine feministischen Ziele und ist auch nicht männerfeindlich. Um aber dennoch keine geschlechtsspezifischen Konflikte aufkommen zu lassen, können nur Frauen ab dreissig Club-Mitglied werden. «Stella Donna» widmet sich ausschliesslich der lustvollen Freizeitgestaltung.
In guter Gesellschaft geniessen
In der Regel sind Männer in Vereine, Zünfte oder andere Gesellschaften eingebunden – Frauen haben dazu wenig bis gar keinen Zugang –, in denen sie einen Grossteil ihrer Freizeit verbringen. Bei nicht wenigen verheirateten oder verwitweten Frauen besteht die Gefahr der Vereinsamung, da sie sich in ihrem Leben meist nur ein kleines Beziehungsnetz aufgebaut haben, dazu waren sie doch vielfach einfach nur Begleitperson an den Anlässen ihrer Männer.
Wer geht nicht lieber an einen Anlass zu zweit, verbringt die Pause mit jemanden, den er kennt und lässt nach der Vorstellung den gelungenen Abend mit einem Schlummerbecher in angenehmer Gesellschaft ausklingen. Viele Frauen sind jedoch keine Vereinstypen und wollen nicht in einen Frauenturnverein oder in eine Jodlergruppe, um Anschluss zu finden.
Daher wurde «Stella Donna» auch bewusst mit der Struktur einer Firma und nicht eines Vereines gegründet.
Die Idee...
Frau Schmid, können Sie kurz
etwas über Ihren Werdegang erzählen.
Als gelernte Handbuchbinderin hatte ich eine gute Vollzeitstelle in der Unibibliothek Basel. Dann lernte ich meinen Mann kennen, brachte zwei Mädchen zur Welt und legte zugunsten der Familie den schönen Beruf in die Schublade. Als Hausfrau und Mutter habe ich die beiden Mädchen stets begleitet und war für sie da. Sie wurden grösser und als die Phase der Ablösung kam, durfte ich wieder mehr Zeit für mich und in meine eigenen Bedürfnisse investieren. Als Leiterin einer kleinen Papeterie innerhalb einem Grossunternehmen nahm ich eine Teilzeitstelle an, in meinen angestammten Beruf konnte ich nicht mehr zurück, da diese Stellen äusserst rar geworden sind.
Wie kamen Sie auf die Idee einen Club
für Frauen in dieser Form zu gründen?
Im Beruf aber auch in meiner Freizeit lernte ich viele Frauen kennen: die, auch wenn sie aus den unterschiedlichsten Bereichen und Schichten kamen, ob Single oder Verheiratet, eines gemeinsam hatten: viele beklagten sich, dass sie ihre Freizeit vielmals alleine bestreiten müssten, da der Freund genau am Abend des Opernbesuchs eine Vereinssitzung hatte, der Ehemann die Lesung nicht beiwohnen konnte, da er mit Freunden im Ausgang war, und für den Kinobesuch alle
Freundinnen mit der Familie beschäftigt oder vom
Alltagsstress einfach zu müde waren. Dies war der erste Impuls «Stella Donna» ins Leben zu rufen. Bei den Überlegungen wie man «Stella Donna» in die Tat umsetzen könnte, war die logische Folgerung: die Kino- und Theaterbesuche, Lesungen und Reisen mit Apéros oder gemeinsamen Essen zu vervollständigen und jeden Anlass zu einem eigentlichen Höhepunkt werden zu lassen, den Frauen zusammen erleben dürfen.
Wie sehen Sie die Zukunft von
«Stella Donna»?
Der Anfang ist nun gemacht. Nun liegt es an den Frauen «Stella Donna» anzunehmen und beizutreten.
Wird die Idee bei den Frauen auf Interesse stossen, wovon ich überzeugt bin, wird und soll sich «Stella Donna» weiterentwickeln und (lacht) vielleicht einmal den Himmel erobern.


